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Großlandschaft Westerwald
Informationen zur Großlandschaft
Leitbild, Ziele, Maßnahmen
Waldreiche Mosaiklandschaft
324.3 Kanne(n)bäcker Hochfläche
Die Kannenbäcker Hochfläche besteht aus einem Gefüge teils ebener, teils flachhügeliger Riedelflächen und scharfkantig von ihnen abgesetzten, bis zu 150 m tiefen und gewundenen steilen Talkerben mit naturnahen Bächen. Sie weist Höhen bis etwa 350 m ü.NN auf und ist von der westlich anschließenden Ehrenbreitsteiner Randterrasse mit einer deutlichen Geländestufe abgesetzt.

Die Landschaft ist gekennzeichnet durch ein großflächiges Netz von Wäldern, das die Täler einschließt, und offenen Riedelfluren auf den Höhen. Nach Osten werden die Riedelflächen breiter und die Waldbedeckung ist stärker aufgelöst. In den Wäldern ist der Nadelholzanteil mit ca. 40% vergleichsweise hoch. Bereichsweise sind naturnahe Laubwälder vorhanden. Im Brexbachtal im Norden des Gebiets und im Moosbachtal bei Simmern treten Trockenwälder bzw. Niederwälder in steilen Hängen auf.
Feldobstbestände der Hochfläche bei Höhr-Grenzhausen B. Ullrich
Im Offenland überwiegt großflächige Grünlandnutzung in Gestalt breiter, mit Streuobst bestandener Gürtel um die Siedlungen sowie entlang der Waldränder. Streuobstbestände sind zumindest in Teilbereichen wie um Simmern noch sehr verbreitet und prägen das Landschaftsbild. Magerwiesen sind dagegen selten. Feucht- und Nasswiesen beschränken sich auf einige Stellen in breiteren Bachniederungen, in erster Linie am Brexbach.

Der Name des Landschaftsraums ist von der mundartlichen Bezeichnung „Kannebäcker Land“ abgeleitet. Diese rührt von der regionalen Bedeutung des Abbaus und der Weiterverarbeitung von Tonen in der keramischen Industrie her. Einer ihrer Schwerpunkte war der Raum Höhr-Grenzhausen, wo einige ehemalige Tonabbauflächen liegen, in denen sich zum Teil Abgrabungsgewässer und Trockenvegetation entwickelt haben. Wegen sich erschöpfender Rohstoffvorräte hat sich der Tonabbau weiter ostwärts in die Ransbacher Mulde und die Montabaurer Senke verlagert.
Alter Ortskern von Grenzhausen B. Ullrich
Die Siedlungen sind häufig an Bachursprungsmulden auf den Riedelflächen entstanden, während die Kerbtäler unbesiedelt blieben. Mit Ausnahme des eher kleinstädtisch geprägten Höhr-Grenzhausen handelt es sich um bäuerlich geprägte Dörfer. Im Einflussbereich des Verdichtungsraums Koblenz haben sich vor allem Höhr und Grenzhausen stark entwickelt und sind zusammengewachsen.

Imposant sind besonders das historische Stadtbild des alten Ortskerns von Grenzhausen sowie Weiler und Burg Grenzau. Kulturhistorisch ist der römische Limes von Interesse, der den Landschaftsraum von Südosten nach Nordwesten durchzieht.