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Großlandschaft Westerwald
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Waldlandschaften
324.1 Montabaurer Höhe
Zwischen der Montabaurer Senke und der Kannenbäcker Hochfläche erhebt sich die Montabaurer Höhe als markanter und fast ganz bewaldeter Höhenzug aus zwei massigen Quarzitkuppeln. Zwischen der eigentlichen Montabaurer Höhe im Süden (546 m ü.NN) und dem Hölzberg (394 m ü.NN) im Norden liegt die teils von Tonen gefüllte Ransbacher Mulde (ca. 280 m ü.NN), über die die Kannenbäcker Hochfläche mit der Montabaurer Senke in Verbindung steht.
Montabaurer Höhe B. Ullrich
Wegen ihrer hoch über das Mittelrheinische Becken herausgehobenen Lage wirkt die Montabaurer Höhe, in Verbindung mit der windstauend nach Südwesten angewinkelten Horchheimer Höhe, als Regenfänger. So nimmt der Jahresniederschlag von 650- 700 mm am Rande des Beckens rasch auf 850-900 mm an der höchsten Kuppe der Montabaurer Höhe zu.

Dies ist auch ein Grund für die hohe Bedeutung der Montabaurer Höhe als Wassereinzugsgebiet mit zahlreichen Quellbereichen. Die zum Teil stark verzweigten Bachoberläufe entwässern überwiegend in Muldentälern nach Westen zum Rhein oder nach Süden zur Lahn. In den Waldgebieten sind die Bäche überwiegend naturnah.
Tongrube bei Ransbach-Baumbach B. Ullrich
Die ausgedehnten Wälder der Montabaurer Höhe sind überwiegend durch Nadelforst geprägt. Naturnahe Wälder sind vereinzelt am Malbergskopf und im Süden des Landschaftsraums erlebbar. Nordöstlich von Höhr-Grenzhausen wurde der Brexbach zu einer Kette von Fischteichen aufgestaut, in deren Umfeld sich Bruchwälder entwickelt haben.

Die Besiedlung beschränkt sich auf die Ransbacher Mulde. Hier sind das kleinstädtisch geprägte Ransbach und das früher dörflich geprägte Baumbach unter Einschluss von Industrie- und Gewerbeflächen zusammengewachsen, während Hundsdorf und Hilgert ihre Eigenständigkeit als Dorf behalten haben.

Eine wichtige wirtschaftliche Grundlage war und ist der Abbau und die Weiterverarbeitung von Tonen. Die Ransbacher Mulde versteht sich als Teil des „Kannebäcker Landes“, das durch seine keramische Industrie bekannt ist. Zum Teil großflächige Tonabbaue prägen das Umfeld von Ransbach-Baumbach. So entstand auch der Erlenhofsee östlich Ransbach.

In den Offenlandbereichen um die Siedlungen und Abbauflächen überwiegt Grünland. Die Landschaft ist stark durch den Einfluss des Menschen geprägt und intensiv genutzt, was sich auch in der Regulierung des Masselbach-Systems widerspiegelt. Nur vereinzelt gliedert Streuobst die Flur.

Kulturhistorisch ist der römische Limes von Interesse, der im Südwesten des Landschaftsraums nahe Hillscheid verläuft und auch Spuren eines Römerkastells aufweist.